Hella von Sinnen, geboren als Hella Kemper am 2. Februar 1959 in Gummersbach (Westdeutschland), ist eine bekannte deutsche Komikerin, Fernsehmoderatorin, Schauspielerin, Synchronsprecherin und engagierte LGBTQ+-Aktivistin. Mit 67 Jahren (Stand 2026) bleibt sie eine starke Stimme in der deutschen Unterhaltungsbranche, bekannt für ihren scharfen Humor, ihre extravagante Bühnenpräsenz und ihre Bereitschaft, gesellschaftliche Debatten anzustoßen.
Persönliche Daten
| Attribut | Details |
|---|---|
| Voller Name | Hella Kemper (Künstlername: Hella von Sinnen) |
| Geburtsdatum | 2. Februar 1959 (67 Jahre) |
| Geburtsort | Gummersbach, Westdeutschland |
| Staatsangehörigkeit | Deutsch |
| Beruf | Komikerin, Fernsehmoderatorin, Schauspielerin, Synchronsprecherin, Kabarettistin |
| Bekannt für | Genial daneben, Alles Nichts Oder?!, LGBTQ+-Engagement, extravagante Kostüme |
| Partnerin | Cornelia Scheel (1991–2015; einvernehmliche Trennung, bleiben befreundet) |
| Wohnort | Köln, Deutschland |
| Besondere Merkmale | Direkter Humor, gesellschaftliches Engagement, Unterstützung von HIV/AIDS-Betroffenen |
Frühes Leben und Hintergrund
Hella Kemper wuchs in Gummersbach mit einem Bruder auf; die Eltern ließen sich 1971 scheiden. 1977 machte sie gemeinsam mit Jürgen Domian das Abitur. Sie studierte in Köln Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Germanistik und Pädagogik, schloss das Studium jedoch nicht ab. Sie hat offen über ihren jahrelangen Kampf mit Alkohol gesprochen, der bereits in ihrer Jugend begann.
Karriere-Highlights
Von Sinnen startete im Kabarett mit der Gruppe „Stinkmäuse“ (mit Dirk Bach u. a.) und erlangte erste Anerkennung durch Theater und Rosa von Praunheims AIDS-Film Ein Virus kennt keine Moral (1986). Der bundesweite Durchbruch gelang 1988 mit der RTL-Show Alles Nichts Oder?! (1988–1992), in der ihre wilden Kostüme und energische Art auffielen.
Sie ist seit 2003 festes Rateteam-Mitglied bei Genial daneben (mit Unterbrechungen und Neuauflagen). Zu ihren Arbeiten gehören Synchronrollen (u. a. Shenzi im deutschen Der König der Löwen) sowie zahlreiche Auftritte und Moderationen. Jüngste Projekte umfassen ihren Video-Podcast Gestatten, von Sinnen und einen Auftritt 2026 in der Quizshow Wer weiß wie wann was war?.
Auszeichnungen umfassen den Bambi (1990), den Deutschen Comedypreis, den Rosa-Courage-Preis (2009) und Ensemble-Preise für Genial daneben.
Privatleben und Engagement
Von 1991 bis 2015 war sie in einer öffentlichen Beziehung mit Cornelia Scheel (Adoptivtochter des ehemaligen Bundespräsidenten Walter Scheel). Das Paar engagierte sich in den 1990er-Jahren für die Rechte gleichgeschlechtlicher Paare, u. a. bei der „Aktion Standesamt“. Sie setzt sich seit Jahrzehnten für HIV/AIDS-Aufklärung und gegen Diskriminierung ein.
Kämpfe und Resilienz
Von Sinnen hat offen über ihren Alkoholkonsum seit dem 12. Lebensjahr und damit verbundene Reue gesprochen. Ein schwerer Bühnensturz 2024 in Duisburg führte zu mehreren Brüchen (beide Sprunggelenke und rechter Oberschenkel mit Kniekomplikationen). Der Unfall unterbrach ihre Auftritte, half ihr jedoch bei der Abstinenz und brachte hoffnungsvolle Momente wie Angebote für Sprechrollen während der Genesung.
Aktuelle Nachrichten: Kritik an Dieter Nuhrs Äußerungen zu Femiziden (16. Juli 2026)
In einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung vom 16. Juli 2026 kritisierte Hella von Sinnen scharf den Komiker Dieter Nuhr wegen seiner Aussagen in der Sendung Nuhr im Ersten XXL vom 18. Juni 2026. Nuhr hatte erklärt, dass die jährlich rund 300–350 Femizide zwar viel zu viele seien, die Wahrscheinlichkeit für Frauen in Beziehungen jedoch statistisch gering und man sollte seinen Partner besser kennenlernen.
Von Sinnen bezeichnete die Äußerungen als „unfassbare Ungeheuerlichkeit“, „Verharmlosung von Femiziden“ und „Leugnung dieses Frauenhasses“. Sie stellte die Frage, ob Nuhr seinen Job bei der ARD behalten werde. Nuhr wies Vorwürfe der Opferbeschuldigung zurück und betonte, keine Witze über Femizide gemacht zu haben. Der Sender rbb verwies auf die Kunstfreiheit in Satire-Formaten.
Im selben Interview äußerte sie sich zu früheren Sexismus-Vorwürfen gegen Thomas Gottschalk und meinte, er habe „nur spielen“ wollen und sei aufgrund seiner großen Popularität in den 1980er- und 1990er-Jahren besonders ins Visier geraten – ohne ihn als misogyn zu bezeichnen.
Vermächtnis
Hella von Sinnen hat sich vom Kabarett zur Comedy-Ikone und gesellschaftlichen Kommentatorin entwickelt. Ihre Karriere steht für Resilienz, Engagement und anhaltende Relevanz – trotz persönlicher Herausforderungen und durch aktuelle Stellungnahmen. Sie bleibt eine feste Größe der deutschen Unterhaltung.