Wetterrückblick:

Das extreme Jahr 2018 – eine Wetterbilanz

#2018


Die einen haben das Wetter in 2018, vor allem nach dem eher enttäuschenden Sommer im Vorjahr, vielleicht als sehr schön in Erinnerung, den anderen hat die Hitze den letzten Nerv geraubt. Für die Natur war es auf jeden Fall nur eins: zerstörerisch. Und auch für Wetterleute wie mich hatte das Jahr Einiges zu bieten.




Text bereits in der Aller-Zeitung erschienen!

Es brach nämlich einige Rekorde. Und nein, das war nicht nur die Hitze – laut dem Deutschen Wetterdienst wurden gleich drei Rekorde seit Messbeginn in Deutschland gebrochen: Obwohl nämlich eine Durchschnittstemperatur von 8,6 °C in Niedersachsen normal gewesen wäre, gab es einen Mittelwert von 10,7 °C, welcher, laut meinen privaten Aufzeichnungen, in Gifhorn Stadt sogar noch mit 10,9 °C übertroffen wurde. Des Weiteren hätten wir da noch den Niederschlag, von dem nur 505 l/m² in Niedersachsen fielen und somit ganze 241 l/m² fehlten. Zu guter Letzt brach auch die Sonne in Niedersachsen einen Rekord so gab es durchschnittlich 1940 Sonnenstunden, was unglaubliche 484 Stunden mehr als normal waren.

Das ist kein Wunder, denn das Jahr fing schon anders als sonst an. Der Januar war nämlich außergewöhnlich mild, dafür aber recht regenreich. Der Februar glich diesen vielen Regen dann aber ziemlich schnell aus und auch die Kälte, die der Januar nicht richtig hinbekommen hatte, legte er zum Ende mit einem heftigen Kaltlufteinbruch hin, der laut meiner privaten Wetterstation am 28. für den Jahrestiefstwert von -10,4 °C sorgte. Dank dieser kalten Luft und einem weiteren Kaltlufteinbruch im März gab es dann mit etwas Schnee einen Lichtblick für alle Winterfreunde, welcher im April aber durch einen rasanten Wechsel vom Winter zum Sommer zunichtegemacht wurde. Auch wenn sowas wie Frühling Fehlanzeige war, gab es immerhin im April noch etwas mehr Regen. Bevor dann ab Mai die schier endlose Durststrecke begann, die sich mit extrem hohen Temperaturen, seltenen Tiefstwerten unter 10 °C und kaum Niederschlag äußerte. Am 7. August wurde dann der Jahreshöchstwert mit 37,3 °C erzielt, bevor sich Mitte Oktober die Lage endlich wieder normalisierte und vor allem im Dezember auch wieder etwas Regen vom Himmel kam.

Für mich persönlich als Hobbymeteorologe mit fünfjähriger Erfahrung, war dieses Jahr tatsächlich ziemlich langweilig, denn wenn man über Monate hinweg fast immer das Gleiche in den täglichen Wetterbericht schreibt, dann wird das auf Dauer echt nervig. Und auch das – woran ich mich gut erinnern kann – Beobachten des Radars bei 35 °C Innentemperatur, mit der Hoffnung, dass sich endlich ein Gewitter über Gifhorn entlädt, macht das ganze nicht besser. Vor allem, wenn diese Gewitter dann, wie so oft einen Bogen um Gifhorn machen. Dazu kommt dann noch ein ausgesprochen ruhiger Herbst, ohne wirkliche Herbststürme und nur wenig Nebel.

Aber wie kommt es eigentlich zu so einer extremen Dürre und Hitze?

Nun, das lässt sich, wenn ich mir meine Daten der Wetterstation anschaue, ganz einfach beantworten. Ab Mitte Mai bis Ende Oktober stagniert nämlich der Luftdruck größtenteils. Das heißt, die normalen Luftdrucktäler, die auf Tiefdruckgebiete hinweisen, sind nicht vorhanden. Wir hatten nämlich in diesen Zeitraum ein sehr stabiles Hoch über Skandinavien, welches keine Tiefs zu uns gelassen hat. Dass das passieren konnte, liegt daran, dass sich durch den Klimawandel der Nordpol immer mehr erwärmt und somit der Jetstream, welcher eigentlich die Tiefs nach Deutschland tragen sollte, ziemlich schwach war. Was auch noch auffällt ist, dass in der Zeit oftmals der Wind aus dem Süden oder Osten kam. Diese Windrichtung liegt ebenfalls dem Hoch über Skandinavien zu Grunde und sorgt nicht nur für deutliche wärmere Luft, sondern auch durch die östliche Herkunft für sehr trockene und damit niederschlagsärmeren Luft.

Was uns in 2019 alles an Wetter erwartet, bleibt abzuwarten. Es muss nicht zwingend nochmal so eine Wetterlage geben, die Wahrscheinlichkeit für ein weiteres extremes Jahr ist aber auf jeden Fall erhöht. Und daran sind wir ja selber Schuld.






Schreibe einen Kommentar!

blog comments powered by Disqus