Susanne Wuest 13
Categories
Kunst & Kultur

Susanne Wuest begeistert bei den European Film Awards in einem zeitlosen Kleid von Giorgio Armani – über 13 Jahre alt und immer noch ein Hingucker!

In die Sonne schauen” ist der deutsche Film des vergangenen Jahres. Nach seiner Premiere bei den Filmfestspielen in Cannes im vergangenen Mai waren sich alle, die in den Genuss kamen, ihn dort schon zu sehen, einig, dass sie so etwas Außergewöhnliches schon lange nicht mehr auf der Leinwand gesehen hatten. Der Film von Regisseurin Mascha Schilinski, der die Bewohner:innen eines Gutshofs in der Altmark über vier Generationen begleitet, passt in keine Kategorie. Er weiß mit seiner eigenwilligen Erzählform, seinen unmittelbaren Aufnahmen, einem betörenden Sound und großartigen Darstellenden zu beklemmen, aufzuwühlen und generell emotional tief zu berühren. Dafür gab es in Cannes den Großen Preis der Jury und eine Einsendung als deutscher Beitrag für die Oscars 2026 als bester internationaler Film – ob der Film es in die finale Nominierungsliste geschafft hat, möglicherweise auch noch in anderen Kategorien, erfahren wir am Donnerstag.

Am vergangenen Wochenende konnte sich das Team in Sachen Preisverleihungen schon einmal warmlaufen: In Berlin wurden die European Film Awards verliehen, wo “In die Sonne schauen” in insgesamt sieben Kategorien nominiert war. Die österreichische Schauspielerin Susanne Wuest spielt im Film Emma, die Anfang des 20. Jahrhunderts auf dem Hof lebt und nach dem Verlust ihres Kindes verstummt ist. Wie Wuest berichtet, war dieser Teil der Rolle im Drehbuch gar nicht vorgesehen – doch sie hielt es für eine logische Konsequenz, dass Emma nach ihrem Schicksalsschlag der Welt nichts mehr zu sagen hatte. Wuests Spiel lebt dadurch umso mehr von ihrer starken Körperlichkeit und harten Mimik, was ihre wortlose Performance umso beeindruckender macht.

Wir haben Susanne Wuest am Tag der European Film Awards auf dem Weg zum roten Teppich begleitet – und dabei nicht nur Geschichten über “In die Sonne schauen”, sondern auch über neue spannende Projekte der Schauspielerin erfahren.

Beim Getting-ready mit Susanne Wuest vor den European Film Awards

Susanne Wuest: Die Premiere in Cannes war wirklich ein ganz besonderer Moment. Nicht nur, weil es Cannes war und jede Festivalpremiere etwas Besonderes ist, sondern, weil mich der Film wirklich extrem berührt hat. Ich habe ihn dort – wie jede:r andere im Publikum – zum allerersten Mal gesehen. So etwas vergisst man nicht. Auch nicht all die Momente in den letzten Monaten, in denen jemand, der den Film gerade gesehen hatte, auf mich zukam und darüber sprechen wollte. Das zählt fast noch mehr.

Was macht den Film für Sie so besonders?

Ich habe noch nie so einen Film gesehen. „In die Sonne schauen“ ist visuell so unglaublich schön und hat einen einzigartigen Stil, was rar ist. Mascha ist eine ganz besondere Filmemacherin und Erzählerin. Von ihr wird noch viel kommen!

Erzählen Sie uns von Ihrem Look für heute Abend und wie es zur Auswahl kam.

Dieses wunderschöne Kleid ist von Giorgio Armani Privé, und es ist etwas ganz Besonderes, es tragen zu dürfen. Das Obermaterial ist Samt, gleichzeitig sind die Steine darauf so elegant gesetzt, dass es nie schwer und sehr modern wirkt. Mein Stylist Simon Winkelmüller und ich fanden das Kleid sehr passend zum Film und zum Anlass. Das Collier und der Ring sind von Chopard.

Die Arbeit an “Industry” war großartig. Was es auch speziell gemacht hat, war, dass mitten in den Dreharbeiten Cannes “passiert” ist, das heißt, dass ich zwischen den Sets in England und an der Côte d’Azur hin- und hergeflogen bin. Das war nur möglich, weil die Teams auf beiden Seiten perfekt organisiert waren. Die Serie selbst ist so brilliant geschrieben. Ich will nichts verraten, aber wer die ersten drei schon sehr erfolgreichen Staffeln gesehen hat, hat ja schon eine Idee von dem, was sich da abspielt – und diese neue Staffel übertrifft das jetzt! Die Kritiken sind dementsprechend fantastisch, was mich sehr freut.

Welche sonstigen Projekte stehen gerade bei Ihnen an?

In diesem Jahr habe ich sechs Premieren, die auf mich zukommen. Darunter eine amerikanische HBO-Serie, ein deutscher Kinofilm („Ich ist ein Anderer“) und, was mich sehr freut, nach langer Zeit wieder ein Horrorfilm: “Goodnight Mommy” (ein Remake des österreichischen Horrorfilms “Ich seh Ich seh”), dazu ein Prequel zu “Orphan”. Das vergangene Jahr war schon so ein markantes für mich, 2026 wird unter Umständen noch spannender werden …