Das Format der Miniserie ist in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Das liegt vor allem daran, dass es den Zuschauenden erlaubt, für eine kurze, aber sehr intensive Zeit in eine Geschichte einzutauchen, die nach wenigen Folgen auserzählt ist. Möglicherweise bedeutet das zwar, dass man beim Abspann der letzten Folge darüber traurig ist, dass der Eskapismus schon ein Ende hat; andererseits erspart man sich aber auch die großen Enttäuschungen, die viele beliebten Serien mit sich bringen. Denn die finden gelegentlich erst lange nachdem sie ihren Qualitätszenit überschritten haben ein Ende („Riverdale“, “Pretty Little Liars”, “The Vampire Diaries”, damit seid ihr gemeint!).

Wenn Sie also auf der Suche nach kurzer, aber qualitativ hochwertiger Unterhaltung sind, sind Sie hier genau richtig: VOGUE hat die besten Miniserien auf Netflix für Sie ermittelt und stellt hier 17 davon vor.

Was ist eine Miniserie?

Was den kreativen Prozess anbelangt, sind kurze Serien, wie sie auf Netflix, Prime Video und Apple TV+ vielfach zu finden sind, ein Glücksgriff. Sie erlauben nämlich eine größere Erzähldichte und eine Einheitlichkeit, die aus organisatorischen Gründen bei vielen langlebigeren Serien nicht gewährleistet werden kann. Und der vielleicht größte Pluspunkt: Sie ermöglichen es den Produzent:innen, namhafte Hollywood-Stars zu engagieren, die sich nicht über mehrere Jahre zu einer Serie verpflichten können, sehr wohl aber für ein paar Monate.

Die Vorteile einer Miniserie im Überblick:

  • Sie haben meist weniger als 10 Folgen und sind damit einfach kürzer.
  • Ihre kurze und prägnante Dramaturgie erlaubt es in der Regel, den Spannungsbogen der Erzählung bis zum Schluss aufrechtzuerhalten.
  • Sie haben eine abgeschlossene Handlung.
  • Da sie am Stück gedreht und produziert werden, gibt es nur selten Personalwechsel, was einen einheitlichen Stil ermöglicht.
  • Sie sind oft experimenteller und somit erfrischender als herkömmliche Serien.
  • Sie sind oft hochkarätig und namhaft besetzt.

Die Netflix-Miniserie “Zwei an einem Tag” erzählt eine tragisch-schöne Liebesgeschichte.

Photo: Courtesy of Netflix

Das sind die 17 besten Miniserien auf Netflix

Welches ist die beste Miniserie auf Netflix? Um das herauszufinden, haben wir unsere Auswahl mit den Wertungen der Kritiker:innen-Plattform “Rotten Tomatoes” verglichen. Das Ergebnis sehen Sie hier: Hier kommen 17 außergewöhnliche und spannend erzählte Netflix-Miniserien, die sich wirklich lohnen.

Alles Licht, das wir nicht sehen

Basierend auf dem preisgekrönten Roman von Anthony Doerr erzählt diese Netflix-Miniserie die Geschichte der blinden Marie-Laure (Aria Mia Loberti) und ihres Vaters Daniel LeBlanc (Mark Ruffalo), die mit einem legendären Diamanten aus dem von den Deutschen besetzten Paris fliehen, um diesen vor den Nazis zu retten. Dabei ist ihnen ein grausamer Gestapo-Offizier, der selbst ein Auge auf den wertvollen Edelstein geworfen hat, dicht auf den Fersen. “Alles Licht, das wir nicht sehen” fand bei den Kritiker:innen keinen großen Anklang, dafür aber bei den Zuschauer:innen. „Bewegende Handlungsstränge, unterschwellige Aussagen über Klasse, Intelligenz und Bildung und ausgezeichnete Kulissen. Eine Serie, die alle Emotionen bedient“, schreibt eine Zuschauerin etwa auf der Plattform “Rotten Tomatoes”.

Queen Charlotte

Zu den besten Miniserien auf Netflix zählt auch dieses “Bridgerton”-Prequel über die Mädchenjahre von Königin Charlotte und Agatha Danbury. Seien Sie gewiss: Diese Miniserie wird Ihren Durst nach prachtvollen Kostümen, Klatsch, Tratsch und leidenschaftlicher Liebe ebenso stillen, wie die Originalserie. (Alle Infos zu “Bridgerton”, Staffel 4 gibt es hier.)

Die 17-jährige Charlotte von Mecklenburg-Strelitz (gespielt von India Amarteifio) wird gegen ihren Willen mit König George von England (Corey Mylchreest) verlobt, den sie zuvor noch nie gesehen hat und über den sie nichts weiß. Dass der Lauf ihres Lebens derart fremdbestimmt wird, widerstrebt der selbstbewussten, schlauen und unabhängigen jungen Frau sehr; die Tatsache, dass ihre zukünftige Schwiegermutter, Princess Augusta (Michelle Fairley aus “Game of Thrones”), sich über Charlottes dunkle Hautfarbe pikiert, steigert das Unbehagen der Adeligen weiterhin. Als die ihrem Gatten ins Spe dann jedoch begegnet, ist sie positiv überrascht, denn der ist nicht nur charmant, witzig und gutaussehend, sondern lässt ihr freie Wahl, ob sie ihn tatsächlich heiraten will. Der Beginn einer stürmischen und überraschend herzzerreißenden Liebe.

Weil sie sich auf vielschichtige Weise mit Trauma und Trauer auseinandersetzt, ist diese Horror-Miniserie bei Publikum und Kritiker:innen sehr beliebt. Mike Flannagan inszenierte die Geschichte basierend auf einem Roman von Shirley Jackson. Die Handlung folgt der Familie Crain, die in ein altes, unheimliches Herrenhaus zieht. Dort werden sie Zeug:innen übernatürlicher Ereignisse, die ihr Leben für immer verändern. Jahre später kehren die erwachsenen Kinder traumatisiert und zerrüttet durch ihre Vergangenheit zurück, um sich den realen wie auch metaphorischen Geistern ihrer Kindheit zu stellen.

Liebes Kind”

Der Gefangenschaft in einem hochgesicherten Haus entkommen, wird eine junge Frau nach einem Autounfall schwer verletzt in Begleitung eines kleinen Mädchens ins Krankenhaus eingeliefert. Doch die wiedergewonnene Freiheit bietet weder Erlösung noch Sicherheit, denn das wahre Ausmaß dieses Albtraums offenbart sich erst, als ein Ehepaar eintrifft, das seit fast 13 Jahren verzweifelt nach seiner Tochter sucht … Die deutsche Thriller-Miniserie nach dem Roman von Romy Hausmann schaffte es auf Platz 1 der weltweiten Netflix-Charts und wurde in mehr als 92 Ländern gesehen. Fesselnd bis zur letzten Minute.

Rentierbaby

Diese Miniserie soll auf wahren Ereignissen im Leben von Drehbuchautor und Hauptdarsteller Richard Gadd basieren. Sie erzählt, wie ein aufstrebender Comedian nach einer scheinbar harmlosen Begegnung mit einem weiblichen Fan von diesem gestalkt wird. Was zunächst wie eine schräge Schwärmerei wirkt, entwickelt sich zu einem verstörenden Einblick in Machtmissbrauch, psychische Gesundheit und nicht verarbeitete Traumata – sowohl auf Seiten der Stalkerin als auch des Opfers.

Die Lüge

Hat die 19-jährige Stella ihren Lover erstochen? Dieser Frage geht die Verfilmung von Mattias Edvardssons Bestseller mit viel charakterlichem Tiefgang und Komplexität nach. Stellas Eltern sind am Boden zerstört, als sie von der Festnahme ihrer Tochter hören und können sich keinen Reim aus den Geschehnissen machen – woher hätte Stella den wesentlich älteren Mann kennen sollen und vor allem, welche Gründe könnte sie gehabt haben, ihn zu töten? Sie wollen Stella um jeden Preis helfen, aber kennen sie ihre Tochter – und einander – überhaupt wirklich? Die skandinavische Kurzserie ist ein erstklassiger Thriller und schoss direkt nach dem Start in die Netflix-Top-10.

Stateless

Oscar-Preisträgerin Cate Blanchett schrieb am Drehbuch zu dieser aufrüttelnden und zeitlosen Miniserie mit: “Stateless” begleitet mehrere Menschen, die in einem Internierungslager für Einwander:innen mitten in der Wüste Australiens aufeinandertreffen: Ahmad Ameer, ein afghanischer Flüchtling; Cameron Sandford (Jai Courtney), ein neuer Wachmann, und Sofie Werner (Yvonne Strahovski aus “Handmaid’s Tale”), eine deutsch-australische Flugbegleiterin, die einer Sekte entkommen ist und mit psychischen Problemen zu kämpfen hat. Die Miniserie ist teilweise inspiriert von der realen Geschichte von Cornelia Rau, einer Australierin, die im Rahmen des obligatorischen Inhaftierungsprogramms der australischen Regierung unrechtmäßig festgehalten wurde.

Zu den Miniserien bei Netflix gehört auch diese Liebesgeschichte, die auf den gleichnamigen Memoiren von Tembi Locke basiert: Als sich die amerikanische Studentin Amy (gespielt von Zoe Saldaña) während ihres Auslandsstudiums in den sizilianischen Koch Lino (Eugenio Mastrandrea) verliebt, ist der Kulturschock zunächst groß – vor allem für ihre Familien. In ihrer turbulenten Beziehung müssen die beiden daher unvorhergesehene Herausforderungen überwinden, die unter anderem auf ihrer sehr verschiedenen Herkunft beruhen. Doch als Lino eine grausame Diagnose erhält, die die Zukunft des Paares bedroht, kommen beide Familien in der Not zusammen und schaffen eine Großfamilie, die beweist, dass Liebe keine Grenzen kennt.

Zwei an einem Tag

lt diese schrecklich schöne Romanze ganz gewiss: Sie erzählt die Geschichte von Emma Morley (gespielt von Ambika Mod) und Dexter Mayhew (Leo Woodall aus „The White Lotus“), die sich am Abend ihres Uniabschlusses am 15. Juli 1988 zum ersten Mal treffen und die Nacht miteinander verbringen. Obwohl sie am nächsten Morgen getrennte Wege gehen, bleiben sie in Kontakt.

Die Miniserie zeigt, wie sich ihre Leben in den nächsten 20 Jahren entfalten und verändern, wie sie sich einander annähern und wieder entfernen, welche Freuden und Leiden sie erfahren und welche Fehler sie machen – und das alles aus der Perspektive dieses einen Tages. Unser Tipp: Taschentücher bereithalten!

Maid

Nachdem Alex (Margaret Qualley) wiederholt psychische Gewalt durch ihren Partner erfahren hat, entscheidet sich die junge Mutter dazu, mit ihrem Kind zu fliehen. Auf der Suche nach einem Neuanfang kämpft sie sich als Reinigungskraft durch und muss sich mit ihrer psychisch kranken Mutter (gespielt von Qualleys tatsächlicher Mutter Andie McDowell) auseinandersetzen. Die ergreifende Verfilmung von Stephanie Lands Memoiren zählt laut den Kritiker:innen zu den besten Miniserien auf Netflix.

Das Damengambit

Diese kurze Netflix-Serie basiert auf einem Roman von Walter Tevis und erzählt vom Heranwachsen einer Schachspielerin und den Herausforderungen ihres Genies: Beth Harmon (Anya Taylor-Joy) wächst in den späten 1950er-Jahren in einem Waisenhaus in Kentucky auf, als sie ihr erstaunliches Talent für Schachspiel entdeckt. Gleichzeitig wird sie von den Beruhigungsmitteln, mit denen der Staat damals Kinder ruhig stellte, abhängig. Von ihren inneren Dämonen verfolgt und angetrieben von einem Cocktail aus Narkotika und ihrer Obsession entwickelt sich Beth zu einer begnadeten und glamourösen Außenseiterin, die die traditionellen Grenzen der von Männern dominierten Schachwelt einreißen will. Hier erklärt Kostümbildnerin Gabriele Binder die besten Outfits aus “Das Damengambit”.

Alias Grace

In dieser Verfilmung des gleichnamigen Romans von Margaret Atwood trifft wahres Verbrechen auf historisches Drama. Grace Marks (Sarah Gadon), eine junge Bedienstete aus Irland, wird 1843 in Kanada zu lebenslanger Haft verurteilt, nachdem sie ihren Arbeitgeber und dessen Haushälterin ermordet hat. Der Arzt Simon Jordan (Edward Holcroft) soll herausfinden, wie und warum die scheinbar schüchterne Frau eine solche Tat begehen konnte. Seien Sie gewarnt: Die Netflix-Miniserie ist ein gruseliger Thriller.

Unorthodox

Auch Anna Wingers und Alexa Karolinskis tief berührendes Coming-of-Age-Drama, das lose auf Deborah Feldmans Memoiren „Unorthodox: The Scandalous Rejection Of My Hasidic Roots“ basiert, erzählt eine außergewöhnliche Geschichte: Die Jüdin Esty (Shira Haas) flieht mit 19 Jahren aus ihrer ultraorthodoxen Gemeinde in Brooklyn, um in Berlin, der Heimat ihrer entfremdeten Mutter, ihr Leben selbst zu gestalten. Die Netflix-Kurzserie zeigt deutlich, mit welchen Einschränkungen sie im Alltag zu kämpfen hatte, ohne jedoch ihre streng traditionelle, eng verbundene Community oder ihren Ehemann (Amit Rahav), der sie nach Hause holen will, als unmenschlich darzustellen.

When They See Us

Diese hervorragende Miniserie bei Netflix ist ebenso erschütternd, wie wichtig. Sie erzählt die Geschichte von fünf Schwarzen Jugendlichen (Asante Blackk, Caleel Harris, Ethan Herisse, Jharrel Jerome und Marquis Rodriguez), die 1989 zu Unrecht der Vergewaltigung und Körperverletzung einer weißen Frau beschuldigt wurden. Die sozialkritische Regisseurin Ava DuVernay („Selma“, “13th”) verfilmte den Fall als vierteiliges Justizdrama, das nicht nur aufzeigt, wie unfair das Verfahren war, sondern auch, welche psychischen Konsequenzen die rassistische Diskriminierung für die Beschuldigten und ihre Community hatte.

Beef

Die üblichen Aggressionen im Straßenverkehr zwischen zwei Fremden geraten in dieser Netflix-Miniserie völlig außer Kontrolle und ziehen eine unerwartet tiefgehende Gesellschaftssatire nach sich. Die schwarze Komödie über Obsession und Kleinlichkeit wurde mit acht Emmys und drei Golden Globes ausgezeichnet.

Adolescence”

Warum hat der 13-jährige Jamie seine Mitschülerin erstochen? Um diese Frage dreht sich diese erschütternde Netflix-Miniserie, die von Kritiker:innen und Zuschauer:innen mit Lob überhäuft wird. Denn die Ermittlungen fördern nicht nur erschreckende Details zum Tathergang und Motiv zu Tage; sie gibt auch zutiefst erschütternde Einblicke in die sozialen Abgründe von Jugendlichen, die in einer zunehmend digitalisierten Welt vereinsamen und von Incels wie Andrew Tate radikalisiert werden. Um die Geschichte besonders unmittelbar erzählen zu können, wurde jede der vier Folgen in einem einzigen langen Take gedreht. (Mehr zum Netflix-Serien-Hit “Adolescence”

Lassen Sie sich vom Titel dieser spannenden Miniserie auf Netflix nicht in die Irre führen: Unglaublich ist nicht das brutale Sexualverbrechen, das die mutige Marie (Golden-Globe-Nominierung für Kaitlyn Dever) bei der Polizei anzeigt, sondern das Versagen des Justizsystems bei der Aufklärung. Weil die Ermittler ihr keinen Glauben schenken, wird der Fall eingestellt; erst drei Jahre später stellen zwei Polizistinnen (gespielt von Merritt Wever und Toni Collette) im 1.000 Kilometer entfernten Bundesstaat Colorado fest, dass Maries Schilderungen eindeutige Parallelen zu weiteren ungeklärten Vergewaltigungen aufweisen. Die True-Crime-Serie ist von einer mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Recherche von T. Christian Miller und Ken Armstrong inspiriert.