Für unsere aktuelle Januar/Februar-Ausgabe haben wir mit einem Forscher über die positiven psychologischen Auswirkungen des Museumsbesuchs gesprochen – und darüber, warum dieser schon bald vielleicht kassenärztlich verschrieben werden könnte. Passend dazu empfehlen wir an dieser Stelle die besten neuen Ausstellungen, die Optimismus verbreiten.

Kulturtipps im Januar: Diese vier neuen Ausstellungen besuchen wir jetzt

In der Wiener Albertina lässt sich noch bis zum 6.4. in das über vier Jahrzehnte umspannende Werk der japanisch-schweizerischen Künstlerin Leiko Ikemura eintauchen. In ihren poetisch-leuchtenden Malereien, fantasievollen Skulpturen und Zeichnungen vereint die heute in Berlin Wohnende westliche und östliche Einflüsse und widmet sich Themen wie Weiblichkeit, Transformation, Identität und der Verbindung von Mensch und Natur. “Motherscape”, so der Name der Ausstellung, gestaltete sie zusammen mit ihrem Lebenspartner, dem Architekten Philipp von Matt.

Die erste Überblicksausstellung von Sandra Vásquez de la Horra in Europa im Münchner Haus der Kunst heißt “Soy Energía”. Die chilenische Künstlerin verarbeitet in ihrem vor allem malerischen, aber auch filmischen und performativen Werk unter anderem Erfahrungen von Verfolgung und Unterdrückung. Die Show lade “zu einer Begegnung mit den spirituellen, Mensch und Natur versöhnenden Welten ein“ und würdige ”ihr Engagement für Selbstbestimmung, Frauen- und Menschenrechte“, so Kuratorin Jana Baumann. Bis 17.5.

Ob wir für Fotos lächeln, hat nicht nur mit Absicht oder dem Kulturkreis zu tun, sondern besonders mit der Zeit, in der wir leben. Während das Fotografiertwerden bis zum späten 19. Jahrhundert eine Prozedur war, die größte Bewegungslosigkeit erforderte und damit zu leblosen Gesichtsausdrücken führte, brachte der Stummfilm im 20. Jahrhundert übertriebene Mimik, später sorgte die Werbefotografie für Zahnpastalächeln. Noch bis zum 22. März kann man in den Fotoräumen des Museum Ludwig in Köln lernen, was der Ausstellungstitel verspricht: „Smile! Wie das Lächeln in die Fotografie kam“.

Die kommende Ausstellung der Frankfurter Schirn – „Fröhlich sein!“ – ist eine Soloshow des deutschen Künstlers Thomas Bayrle, der in seiner 60-jährigen Karriere das häufige Wiederholen und Vernetzen von Einzelelementen zu seinem charakteristischen Stilmittel gemacht hat. In seinen Superformen (hier Kim Kardashian aus zahllosen Lippenstiften) beschäftigt sich der gelernte Maschinenweber mit Technologie, Pop- und Massenkultur sowie (Ersatz-)Religion und beschreibt den Weg zur heutigen omnipräsenten Digitalität. Zu sehen vom 12.2. bis 10.5.