Die Tage werden kürzer, die Temperaturen kühler, kurzum: der November eignet sich perfekt für ausgedehnte Museumsbesuche oder das Entdecken neuer Musik. Lassen Sie sich von unseren Kultur-Empfehlungen des Monats inspirieren.

Neue Ausstellungen

Hangama Amiri stellt mit farbenfrohen Textilien Szenen des frei und vertraulich wirkenden Zusammenseins von Frauen in Afghanistan dar, das sich seit der Machtübernahme der Taliban auf private Rückzugsorte beschränkt. Gerade wurde der in den USA lebenden Künstlerin das renommierte Kaiserring-Stipendium verliehen, im Zuge dessen das Mönchehaus Museum Goslar noch bis zum 28.1.24 Werke Amiris in der Ausstellung „Quiet Resistance“ zeigt.

Die Porträts des rumänischen Künstlers Victor Man fesseln mit ihrer melancholischen Stimmung und der intensiven, düster-akzentuierten Farbgebung. Das Frankfurter Städel zeigt jetzt 20 Gemälde Mans aus den letzten zehn Jahren inmitten seiner „Alte Meister“-Sammlung. “Die Linien des Lebens” läuft bis

Mehr als 120 zentrale Werke aus der Sammlung von Bettina und Rolf Horn sin derzeit auf Tournee, noch bis zum 18.2.24 gastieren sie im Museum Ostwall im Dortmunder U.Expressionismus hier und jetzt!“ lädt Besuchende ein, mithilfe aktueller Arbeiten von unter anderem Natasha A. Kelly, die Werke von Kollwitz, Kirchner und Co. mit heutigem Blick und im Kontext von Schwarzer deutscher Geschichte und Themen wie Industrialisierung, technischem Fortschritt, Krieg und Natur zu erleben.

Die Lebensgeschichte Michel Haddis klingt wie ein Märchen. Aufgewachsen in verschiedenen Pflegefamilien und schließlich einem Pariser Waisenhaus, in welches ihm seine Mutter bei Besuchen gelegentlich VOGUE-Ausgaben mitbrachte, sollte er später selbst zum regelmäßigen VOGUE-Fotografen werden und zahlreiche der bekanntesten Models und Superstars unserer Zeit treffen. Mit „Michel Haddi: Beyond Fashion“ präsentiert die Mailänder Galerie 29 Arts In Progress jetzt viele seiner ikonischen, aber auch ungesehene Fotografien in zwei Phasen. Bis 16.3.24.

Nach dreijähriger Schließzeit und umfassenden Umbauarbeiten öffnet der Kunstpalast in Düsseldorf am 21. November wieder seine Pforten. Die neue Präsentation zeigt von den rund 130.000 Objekten aus sämtlichen Epochen und Gattungen, die die Sammlung des Kunstpalasts umfasst, etwa 800 Werke – von großen Namen zu weniger bekannten, zum Teil bislang
nie ausgestellte Arbeiten. In der ersten Woche ist der Eintritt frei!

Amedeo Modigliani, in Livorno als Sohn einer jüdischen Familie geboren, gilt als einer der bekanntesten Vertreter der Pariser Bohème vor und während des Ersten Weltkriegs. Er porträtierte nicht nur renommierte Künstler seiner Zeit (darunter Pablo Picasso oder Diego Rivera), sondern widmete sich – damals ein Skandal – auch dem weiblichen Akt. Gemeinsam mit dem Barberini Museum in Potsdam hat sich die Staatsgalerie Stuttgart nun zur Aufgabe gemacht, diese Frauenbildnisse, lange als Ausdruck des männlichen Blicks gesehen, als Zeugnisse des sich herausbildenden Selbstbewusstseins der modernen Frau zu begreifen. “Modigliani. Moderne Blicke” rückt daher auch Modiglianis Porträts damaliger weiblicher Kreativer in den Fokus und zeigt dazu 30 Werke von zeigenössischen Künstler:innen. Läuft vom

Neu im Bücherregal

Wenn Kreative kochen

Pancakes backen mit Cameron Diaz, Tomatensuppe kochen für Cate Blanchett oder Sandwiches belegen mit Gilbert & George (Foto): Die britische Fotografin und Köchin Mary McCartney hat nicht nur einen illustren Bekanntenkreis, sondern auch gute Rezepte. In „Feeding Creativity“ verbindet sie ihre zwei Leidenschaften und verrät 60 ihrer Lieblingsrezepte neben Fotografien ihrer namhaften Frühstücks-, Lunch- und Dinnergäste, darunter auch Cindy Sherman, Edward Enninful, Beth Ditto und natürlich Vater Paul und Schwester Stella McCartney. Erschienen bei Taschen, 280 Seiten, 40 Euro.

Neue Musik

Lob von Ed Sheeran, Features mit US-Rapper 6LACK oder Erfolgs-DJ Felix Jaehn, über sechs Millionen monatliche Hörer:innen auf Spotify: Mit 21 hat Zoe Wees musikalisch schon so einiges erreicht. Kaum vorstellbar, dass erst jetzt das Debütalbum der Hamburgerin erscheint, deren Stimme uns erstmals 2017 bei der Castingshow „The Voice Kids“ umhaute. Auf „Therapy“ (3.11.) ist neben ihren Welthits „Control“ und „Girls Like Us“ unter anderem auch ihr neuester emotionaler Ohrwurm „Sorry For The Drama“ zu hören.

“Die Stadt ist meine Wahlheimat, aber das kam eher zufällig als geplant. Die Liebe hat hier einen besonderen Stellenwert und es gibt keine andere Stadt, in der alle Formen der Liebe so akzeptiert werden wie hier”, erzählt Futurebae – und so betitelt die Berliner Musikerin ihr Debütalbum folgerichtig “Berlin Love Affair”. Neben Rap gibt es darauf ebenso Ravetracks und generell viel Genreübergreifendes – einfach reinhören. (Ab 3.11.)

Songs wie “Postcards from Italy” (2006), “Nantes” (2007) oder “The Rip Tide” (2011) waren einst Ausdruck der bittersüßen, stets in Moll gefärbten Erinnerung an unseren letzten Sommer und treue Begleiter – zuletzt war es um Beirut aka Zach Condon länger still. Hartnäckige Probleme mit seinem Hals zwangen ihn 2019 zur Absage seiner Tour, es war unklar, ob er jemals wieder live spielen könne. Er suchte nach Erholung und flüchtete sich in eine kleine Hütte auf der Insel Hadsel im Norden Norwegens, wo er auf einer Kirchenorgel das Fundament für sein nach der Insel betiteltes neues Album legte. “Hadsel” (10.11). klingt neu und doch gewohnt – und genau richtig für die derzeitige nach Moll schmeckende Jahreszeit